Mittwoch 30.07.08, 14:00 Uhr

Ver.di ruft BankerInnen zum ganztägigen Streik am 1. August auf

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Bezirk Bochum-Herne ruft vor allem die Beschäftigten der Deutsche Bank, Dresdner Bank, der Commerzbank und der SEB Bank zu einem ganztägigen Streik auf. Der Beschluss der nordrhein-westfälischen Arbeitskampfleitung sieht vor, beginnend mit dem kommenden Freitag die Bankangestellten zu ganztägigen Streiks aufzurufen. Die Streikenden werden sich ab 8.30 Uhr am ZOB/Hauptbahnhof Bochum sammeln und dann um 9.00 Uhr zu einer landesweiten Streikversammlung nach Düsseldorf mit mehreren Tausend StreikteilnehmerInnen fahren. Nachdem die dritte Verhandlungsrunde im privaten und öffentlichen Bankgewerbe gescheitert ist, macht die Gewerkschaft jetzt auch Druck in NRW. Ver.di wirft den BankarbeitgeberInnn vor, dass es nach drei Verhandlungsrunden kein akzeptables Gehaltsangebot gibt. Das Angebot beläuft sich für 2008 auf 2,4 %. Es soll nichts für Juli, August und September 2008 geben, für 2009 sogar nur 2 %.
Verbesserungen machen die ArbeitgeberInnen davon abhängig, dass sich die BankerInnen massive Einschnitte der festen Gehaltsbestandteile gefallen lassen. Neben einer Ausweitung der „leistungsorientierten Vergütung“ stellen sie die bisherige Gehaltstabelle in Frage. Sie wollen „die Berufsjahre durch Kundenzufriedenheit und Vertriebserfolg“ ersetzen. Ferner soll der Samstag ein normaler Arbeitstag werden. Verschärfter Verkaufs- und Leistungsdruck bestimmen den Arbeitsalltag der BankerInnen. Im Kreditgewerbe sind von 2000 bis 2007 rund 100.000 Stellen abgebaut worden.
Der zuständige ver.di-Finanzexperte Klaus Holz-Skibinski kritisiert: “Die KundenberaterInnen geraten durch unrealistisch hohe Zielvorgaben in einen Interessenkonflikt zwischen den Unternehmenserwartungen und den Kundeninteressen. Die Banken fühlen sich offenbar so mächtig, dass sie annehmen, ein solcher massiver Eingriff in die Gehälter lasse sich ohne Widerstand durchsetzen.“ Der Gewerkschaftssekretär empfiehlt: „Die Kunden mögen vorsorglich ihre dringenden Geld- und Bankgeschäfte vor dem Wochenende abwickeln.“ Der Gewerkschafter rechnet damit, dass etliche Niederlassungen und Geschäftsstellen entweder mit Notbesetzungen arbeiten oder dicht sind.

 
 
 
 


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