Mittwoch 18.06.08, 18:30 Uhr

Ruhr-Uni: Studiengebührensenkung beantragt

Am kommenden Donnerstag entscheidet der Senat der Ruhr-Universität Bochum über einen Antrag der studentischen Senatsfraktion, die Studiengebühren zu senken. Der AStA der RUB schreibt dazu: »Nach den nunmehr veröffentlichten Zahlen der Universitätsverwaltung wurden die Mittel nur knapp zur Hälfte ausgegeben und fließen überdies nicht ausschließlich in die Verbesserung der Lehre. Eine deutliche Entlastung der Studierenden ist deshalb dringend angezeigt. 19 Millionen € flossen in den vergangenen beiden Semestern in die Kasse der Ruhr-Universität – Nur knapp 9 Millionen wurden hingegen ausgegeben. Dies musste der AStA der Ruhr-Universität einem nach langem Zögern von der Universitätsverwaltung vorgelegten Bericht entnehmen. „Von Seiten der Studierendenschaft wurde jederzeit eine kooperative Zusammenarbeit bei der Entscheidung über die Verwendung der Mittel angeboten. Die Gelder werden jedoch, statt in vollem Umfang der Förderung der Lehre zu dienen, auf den Konten der Universitätsverwaltung geparkt.“, so Annika Klüh, Referentin für Hochschul- und Bildungspolitik. Geplant sind Bauvorhaben, die Gelder in Millionenhöhe veranschlagt sind. Neben dem Studierenden-Service-Center SSC, welches mehr als 1,3 Millionen € kosten wird, ist ein Seminarzentrum West geplant. Ca. 6 Mio. € sollen in dieses Projekt fließen. Darüber hinaus ist eine dreistellige Zahl an Projekten aus dem vergangenen Jahr bis jetzt noch nicht umgesetzt, sondern erscheinen nur mit einem Kostenansatz in dem Bericht.
„Der soziale Schaden durch die Erhebung von Studiengebühren ist jetzt schon enorm. Dass jedoch die eingezogenen Gelder nur zur Hälfte verwendet werden und der Rest entweder für fragwürdige Projekte ausgegeben werden sollen oder aber auf Konten lagern sollen, ist inakzeptabel“, so Benjamin Bettinger, ebenso Referent für Hochschul- und Bildungspolitik.
Neben den Fachschaften der Universität, vertreten durch die FachschaftsvertreterInnenKonferenz(FSVK) unterstützt auch der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) die Forderung der studentischen Senatsfraktion nach einer Senkung der Studiengebühren. Der Antrag lautet auf eine Halbierung der Gebühren auf 250 €, entsprechend des bisherigen Finanzvolumens der Ausgaben.
Der AStA appelliert an die Senatsmitglieder, im Besonderen die Professorenschaft, die Ziele und die Umsetzung der Studiengebühren kritisch zu hinterfragen und die offenkundig überflüssigen sozialen Härten von den Schultern der Studierenden zu nehmen. Auch das Studierendenparlament (StuPa) hat hierzu bereits ein Votum mit breiter Mehrheit abgegeben. „Darüber hinaus wendet sich der AStA weiterhin in Gänze gegen Studiengebühren, die sozial ungerecht sind, daran würde auch eine Senkung auf 250 € nichts ändern. Jedoch würde die Entscheidung für die angestrebte Halbierung zumindest die sozialen Härten verringern.“ schildert Karsten Finke, stellvertretender AStA-Vorsitzender, die Lage.«

 
 
 
 


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