Samstag 24.05.08, 09:00 Uhr
Soziale Liste fordert Konzertierte Aktion für Wattenscheid:

Fördermittel des Landes jetzt beantragen!

Eine Konzertierte Aktion vom Land NRW, Stadt Bochum und Bezirksvertretung für den Bereich Wattenscheid-Mitte fordert die Soziale Liste Bochum und schreibt: »Damit soll auf die enormen Strukturverschlechterungen und Veränderungen der Sozialstruktur in diesem Teil der Stadt Bochum reagiert werden, wie sie aus dem kürzlich veröffentlichten „Sozialbericht Bochum 2008“ hervorgeht. Im Gegensatz zu den anderen besonders benachteiligten Bezirken, „Kruppwerke“ und „Querenburg“, für die mit dem Projekt Stadtumbau West erste Fördermaßnahmen eingeleitet wurden, gibt es für Wattenscheid-Mitte bisher keine Planung, auf die mehr als problematische Entwicklung in Wattenscheid zu reagieren. Wie schon in früheren Berichten wird für den „statistischen Bezirk“ Wattenscheid-Mitte eine sozialstrukturelle Benachteiligung festgestellt. „Der Zusammenhang von wirtschaftlicher Entwicklung, Arbeitslosigkeit und Niedergang im Stadtteil ist in Wattenscheid-Mitte klar abzusehen“, konstatiert Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste. So stellt der Sozialbericht fest, dass sich in Wattenscheid-Mitte Risikomerkmale wie große Arbeitslosigkeit, hohe SGB II-Quoten (Hartz IV) und eine hohe Anzahl von Migranten konzentrieren. Auch nehmen hier Familienarmut, Kriminalität und psychische Erkrankungen zu. Der Bezirk Wattenscheid-Mitte nimmt bei der Arbeitslosigkeit aller Bochumer Ortsteile mit 16,7 % den dritten Rang ein. Bei der Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen liegt Wattenscheid-Mitte mit 180 an erster Stelle und nimmt bei der Anzahl der SGB II Empfänger mit 21,6% den dritten Rang ein. In allen Kategorien der sozialstrukturellen Differenzierung und Konzentration von Armut nimmt Mitte unter den Wattenscheider Ortsteilen die Spitze bei der ein.
Diese sozialstrukturelle problematische Entwicklung findet ihren Widerpart in der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Als Indikator hat der Sozialbericht hierfür den Mittelwert der Beteiligung an der Kommunalwahl 2004, der Landtagswahl 2005 und der Bundestagswahl 2005 errechnet. Hier erreicht die Wahlbeteiligung in Stiepel 78%, in Eppendorf 75 % Weitmar Mark 74% die höchsten Werte, während die Beteiligung an Wahlen in Wattenscheid-Mitte nur noch 60 %, in Wat-Leithe 59 % und Kruppwerke 58,6 % beträgt.
„Der negativen Entwicklung in Wattenscheid-Mitte, die sich eher noch verstärkt, muss aufgehalten und umgekehrt werden“, fordert Günter Gleising. Bestandteil der vorgeschlagenen Konzertierten Aktion und abgestimmten Aktivitäten könnten besondere Maßnahmen (z.B. Qualifizierungsprogramme) sein, um der hohen (Jugend-) Arbeitslosigkeit entgegen zu wirken. Ebenso sollte die Betreuungssituation für Kinder- und Jugendliche z. B. durch Förderung und Nachhilfe verbessert werden. Auch die Benachteiligung Wattenscheids bei der Versorgung mit Kita-Plätzen für Kinder unter 3 Jahren muss schnellstens behoben werden.
Ein geeignetes Mittel könnte die Aufnahme von Wattenscheid-Mitte in das Umbauprogramm West und die Erstellung eines „städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ sein. Ziel des Stadtumbauprogramms West ist es, mit Stadtumbaumaßnahmen dazu beizutragen, die „Siedlungsstruktur den Erfordernissen der Entwicklung und Wirtschaft anzupassen“, „die Wohn- und Arbeitsverhältnisse sowie die Umwelt zu verbessern“ und „innerstädtische Bereiche zu stärken“. Für dieses Programm stehen nach Informationen von Günter Gleising von der Sozialen Liste noch finanzielle Fördermittel des Landes bereit. Die Aufnahme von Wattenscheid-Mitte in das Förderprogramm sollte umgehend beantragt werden.

 
 
 
 


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