Freitag 09.05.08, 13:00 Uhr

DGB: Immer mehr ältere Arbeitslose in Bochum

Der DGB Ruhr Mark schreibt: »6.602 Menschen im Alter von 50 – 64 Jahren waren Ende 2007 in Bochum auf Hartz IV angewiesen. Trotz guter Konjunktur ist das Verarmungsrisiko dieser Altersgruppen weiter angestiegen. 23 % der Arbeitslosen sind im Alter von 50 – 64 Jahren und von der staatlichen Fürsorgeleistung Hartz IV abhängig. Dies ist das Ergebnis einer DGB-Auswertung der amtlichen Statistik. Wie der Vorsitzende der DGB-Region Ruhr-Mark Michael Hermund berichtet, ist die Gesamtzahl der Hilfeempfänger im erwerbsfähigen Alter im Zuge der verbesserten Konjunktur innerhalb von 12 Monaten um Personen 671 bzw. 2,1 % gesunken. Entgegen diesem allgemeinen Trend ist die Abhängigkeit der über 50-jährigen sogar weiter gestiegen und zwar von Dezember 2006 bis Dezember 2007 um 251 Personen. In den letzten zwei Jahren hatte sich die Zahl der älteren Hartz IV-Empfänger sogar um 662 oder 11,1 % erhöht. „Ohne Gegensteuern wird sich der Trend steigender Hartz IV-Bedürftigkeit bei Älteren fortsetzen“, so Hermund, „die Zunahme instabiler und schlecht bezahlter Arbeit wird das Problem in Zukunft noch verschärfen. Nur etwa die Hälfte der heute über 50-Jährigen im Hartz IV-Bezug habe Rentenansprüche erwerben können, die über der Sozialhilfeschwelle von 604 € liegen. Für diese Menschen droht nach der Hartz IV-Sozialhilfe gleich die Sozialhilfe im Alter.“
Der DGB fordert ein Maßnahmebündel zur Vermeidung von Armut im Alter, das bereits an der Wurzel ansetzt. Neben der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gehören hierzu Mindestlöhne an erster Stelle. Außerdem müssen ältere Arbeitnehmer stärker in Fördermaßnahmen von Arbeitsagentur und ARGE einbezogen werden. Während fast ein Viertel aller Arbeitslosen über 50 Jahre alt ist, entfällt noch nicht einmal jede siebte Fördermaßnahme auf diese Gruppe.
DGB-Vorsitzender Hermund: „Wenn am Ende eines langen Erwerbslebens Hartz IV und allenfalls 1-Euro-Jobs stehen, verletzt das die Würde der Menschen. Wenn für Ältere trotz aller Bemühungen keine Beschäftigung im allgemeinen Arbeitsmarkt erreicht werden kann, muss der 2. Arbeitsmarkt einspringen. Mit den neuen Instrument Job-Perspektive stehen Alternativen zur Verfügung. Diese müssen wir auch in Bochum stärker nutzen zum Aufbau eines öffentlichen Beschäftigungsmarktes.“ Außerdem müssen niedrige Erwerbseinkommen unter bestimmten Voraussetzungen in der Rentenversicherung aufgestockt werden.«

 
 
 
 


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de