Montag 31.03.08, 08:00 Uhr
ÄrztIInnen und PsychologInnen als KomplizInnen der Folter im „Krieg gegen den Terror“

Verratener Eid (Oath betrayed)

Auf Einladung der Medizinischen Flüchtlingshilfe und in Kooperation mit der amnesty international-Gruppe an der Ruhr-Uni hält Prof. Dr. med. Steven Miles am kommenden Samstag, den 5. April um 18.00 Uhr im Bahnhof Langendreer einen Vortrag. Steven Miles ist gegenwärtig einer der besten Kenner der Bedingungen, unter denen der so genannte Krieg gegen den Terror geführt wird. In seinem viel beachteten Buch „Oath Betrayed: Torture, Medical Complicity and the War on Terror“ untersucht er die Mittäterschaft von MilitärärztInnen und Sanitätspersonal. Im Zuge seiner Recherchen wertete er in Archiven der US-Regierung rund 35.000 Seiten öffentlich zugänglicher Dokumente aus, darunter Berichte von Ermittlungsbehörden der US Army, des FBI, Zeugenaussagen von Gefangenen, Krankenakten und Autopsieberichte. Gründlich wie kaum kein anderer untersuchte Miles, wie die Gefangenen auf menschenunwürdige und erniedrigende Weise behandelt und gefoltert werden und ob und wie ÄrztInnen und PsychologInnen an diesen Verbrechen verantwortlich beteiligt sind. Seine Ergebnisse sind schockierend: ÄrztInnen, Pflegekräfte und SanitäterInnen haben Misshandlungen schweigend geduldet sowie deren Spuren vertuscht. ÄrztInnen und PsychologInnen haben ihre Schweigepflicht gebrochen und Auskunft erteilt, wie viel und welche Art von Misshandlung Gefangenen bei Verhören zuzumuten sei.
Steven Miles ist Professor an der Medical School der Universität von Minnesota und ehemaliger Präsident der American Society of Bioethics and Humanities. Ihm verdanken wir zahlreiche Initiativen in die Ärzteparlamente der Welt hinein, die verhindern sollen, dass sich medizinisches Personal als Hilfspersonal bei Folterungen missbrauchen lässt.

Näheres in Englisch bei Democracy Now

 
 
 
 


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