Donnerstag 28.02.08, 17:19 Uhr
Begleitprogramm - Zug der Erinnerung:

»Spuren der Verfolgung homosexueller Männer während der Nazizeit in Bochum«

Rosa WinkelAm Freitag und Samstag endet das umfangreiche Begleitprogramm zum “Zug der Erinnerung” mit zwei Veranstaltungen der Rosa Strippe. “Das Jahr 2007 war für Schwule und Lesben in Bochum ein besonderes Jahr”, schreibt die Rosa Strippe, “erstmals hat eine schwul-lesbische Organisation mitten im Ruhrgebiet in Bochum ein eigenes Gebäude bezogen. In dem sanierten Haus – in der Kortumstr. 143 – gibt es auch einen Raum der Geschichte(n) – den letzten sichtbaren Rest des Brandschadens aus der Zeit der teilweisen Zerstörung des Hauses im November 1944 als Folge der Nazi-Barberei haben die Mitarbeiter der Rosa Strippe in eine neu gestaltete Zeitleiste integriert. Mit diesem Raum im Haus wird ein erster Schritt getan, die auch für Schwule und Lesben fürchterliche Zeit des Nationalsozialismus zu dokumentieren und die Auseinandersetzung mit einem weithin vergessenen und verschwiegenen Thema in Gang zu bringen. So ist z.B. in Vergessenheit geraten, dass der berüchtigte Paragraph 175 StGB bis 1969 in seiner nationalsozialistischen Fassung galt und homosexuelle Männer in großer Zahl nach dem Muster nationalsozialistischer „Rechtsprechung“ mit Gefängnis bestrafte.” Die Veranstaltung Der Raum der Geschichte(n) – Mehr als eine Besichtigung beginnt am Freitag um 18:00 Uhr und bietet die Gelegenheit, das Haus, die Geschichte des Hauses Kortumstr. 143, die Geschichte der Verfolgung und die Geschichte des Vereins Rosa Strippe kennenzulernen.
Am Samstag folgt Ein etwas anderer Stadtspaziergang durch Bochum. “Die Spuren der Verfolgung homosexueller Männer während der Nazizeit sind nicht nur in Bochum weitestgehend verschwunden. Das Verschweigen der Nachkriegsgeneration hat ein übriges getan…
Trotzdem ist es gelungen, die Lebensgeschichte des Bochumer Notars und Rechtsanwaltes Dr. Wilhelm Hünnebeck in vielen Teilen zu rekonstruieren. Anhand vieler Lebensstationen – vom Geburtshaus in der Wilhelmstraße – gegenüber der Synagoge – über die Wohnungen „Am alten Stadtpark“ und „Stensstraße“ bis zum Bismarckturm, dessen Bau von Vater Otto Hünnebeck initiiert wurde, bis zum Grab auf dem Blumenfriedhof – lässt sich die Verfolgungsgeschichte eines homosexuellen Mannes aus Bochum während der Nazizeit und danach in der Bundesrepublik ausführlich erzählen und darstellen. Zahlreiche Bilder und Dokumente aus dem Leben von Dr. Wilhelm Hünnebeck sind erhalten.
Der Stadtspaziergang führt u.a. auch zu dem im November 2007 für Dr. Hünnebeck verlegten Stolperstein des Künstlers Gunter Demnig.
Beginn des Stadtspazierganges am Samstag, den 1. März um 14 Uhr bei der Rosa Strippe, Kortumstr. 143.”
Dauer: ca. 2 Stunden

 
 
 
 


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