Donnerstag 14.02.08, 10:00 Uhr
Heiner Lichtenstein: Mit der Reichsbahn in den Tod - Vortrag heute Abend im Stadtarchiv

Zug der Erinnerung ist in Bochum angekommen

Seit heute früh kurz vor 7 Uhr steht der Zug der Erinnerung auf Gleis 1 des Bochumer Hauptbahnhofes. Bis Samstag ist er täglich von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet und informiert in seiner Ausstellung über die Deportationen, die während des Faschismus mit der Reichsbahn in die Konzentrationslager erfolgten. Angemeldet haben sich 53 Gruppen mit mehr als 1.300 BesucherInnen. Bereits in den ersten beiden Stunden schauten sich aber auch schon viele unorganisierte Besucherinnen die Ausstellung an. Den ganzen Tag über bietet das Stadtarchiv Begleitversanstaltungen an. Um 19.00 Uhr ist dann Heiner Lichtenstein zu Gast im Stadtarchiv. Der ehemalige WDR-Redakteur hat vor mehr als 20 Jahren mit seinem Buch „Mit der Reichsbahn in den Tod – Massentransporte in den Holocaust 1941 bis 1945” quasi eine Anklageschrift gegen die Reichsbahn und ihre heutige Rechtsnachfolgerin geschrieben. Mindestens drei Millionen Menschen hat die Deutsche Reichbahn während des Zweiten Weltkrieges in die Vernichtungslager gefahren und sich jede »Reise« bezahlen lassen. Als im April 1945 die Rote Armee sich der Reichshauptstadt näherte, loderten im Hof des Reichsverkehrsministeriums in Berlin drei Wochen lang gewaltige Scheiterhaufen. Es waren die Fahrpläne, Rechnungen und Transportunterlagen für die Todestransporte. Jahrzehntelang weigerte sich die Bundesbahn, überhaupt etwas zu dem Thema zu sagen. Heiner Lichtenstein beschreibt die Mitschuld der Reichsbahn an Millionen in den KZ ermordeter Menschen. Fotos von Gleis 1.

 
 
 
 


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