Montag 11.02.08, 14:00 Uhr

GEW: Ausbildungssituation für Bochumer SchülerInnen nach wie vor dramatisch

Luidger Wolterhoff, Leiter der Arbeitsagentur und Johannes Motz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bochum haben heute auf einer Pressekonferenz über die Situation im Ausbildungsbereich berichtet. Aus ihrer Sicht gibt es nur ein Problem: ausbildungsunfähige und -unwillige Jugendliche. Auf Nachfrage mussten sie einräumen, dass den 5.300 Jugendlichen, die eine Ausbildung gesucht haben, nur ca. 3.000 Ausbildungsstellen angeboten worden sind. Die GEW schreibt dazu: »An der hoffnungslosen Situation auf dem Ausbildungssektor hat sich insbesondere für die Bochumer HauptschulabsolventInnen weiterhin nichts geändert. Die überwiegende Mehrheit der Ausbildungsplatzsuchenden landet in Warteschleifen, um dann, ein Jahr später, wieder mit der nächsten Welle von Schulabgängern in Konkurrenz zu treten. Dabei belegt Bochum in der vom Bundesfamilienministerium für das Jahr 2007 in Auftrag gegebenen Studie „Bildungsatlas“ im Handlungsfeld „Bildung und Ausbildung“ vor Wuppertal bundesweit den vorletzten Platz. Der Run z.B. auf das Berufsgrundschuljahr – das vielen Schulabgängern als Rettungsanker dient -, wird in diesem Jahr voraussichtlich ungebrochen sein.
Was wird für diese Jugendlichen ernsthaft getan? Die Agentur für Arbeit bietet für Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgänge ein üppiges Paket von Bewerberseminaren an. Dort lernen sie, sich in Bewerbungsschreiben vorteilhaft anzubieten und in Vorstellungsgesprächen gut zu „verkaufen“. Scheitern sie, wird erst recht nicht der strukturelle Mangel an Ausbildungsstellen gesehen, sondern das persönliche Versagen.
Selbst die Bundesagentur für Arbeit rechnet erst 2012 mit einer Trendwende auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb fordert die GEW umso dringender eine massive Verbesserung des Angebotes an überbetrieblicher Ausbildung, um den jungen Menschen Berufsperspektiven zu eröffnen und ihnen ein Leben in Selbstachtung zu ermöglichen.«

 
 
 
 


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