Donnerstag 20.12.07, 17:00 Uhr
DGB übernimmt Schirmherrschaft

Zug der Erinnerung in Bochum

Der DGB schreibt: »Mitte Februar wird der „Zug der Erinnerung“ in Bochum Station machen. Der Zug, der von einer Dampflok gezogen wird und aus mehreren Ausstellungswagen besteht, verkehrt auf der Strecke der früheren Deportationen der Reichsbahn. Dort steuert er die Heimatstädte der über 12.000 Kinder an, die zwischen 1940 und 1944 in die Vernichtungslager verschleppt wurden. Insgesamt wird der „Zug der Erinnerung“ über 3000 Kilometer zurücklegen. An den früheren Deportationsorten bemühen sich Vereine teilweise seit Monaten um Spurensuche nach den deportierten Kindern und Jugendlichen. Die Opfer stammen aus jüdischen Familien, aus Familien der Sinti und Roma oder sind Kinder von Nazi-Gegnern. Ihre Lebenszeugnisse, Fotos, Archivbelege und mündlichen Berichte wird der Zug am Ende der mehrmonatigen Reise zur Gedenkstätte Auschwitz (Oswiecim) bringen. Der Leidensweg der jugendlichen Opfer ist in der deutschen Öffentlichkeit bisher weitgehend unbeachtet geblieben.
Massendeportationen von Kindern und Jugendlichen fanden auch in den vormals okkupierten europäischen Staaten statt. Darin erinnert die fahrende Ausstellung mit Biografien aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Griechenland und Osteuropa. Schätzungen sprechen von bis zu 1,5 Millionen Kindern und Jugendlichen, die nie mehr zurückkehrten.
Am 7. November ist der Zug in Frankfurt a.M. zur Fahrt durch die Bundesrepublik gestartet. Der Zug wird vom 14. bis 16. Februar in Bochum sein. Der DGB hat die Schirmherrschaft übernommen und koordiniert das Rahmenprogramm. Die DGB Jugend wird Führungen anbieten.
DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund: „Wir wollen mit dem ungewöhnlichen Gedenken ein Zeichen gegen Rassenhass, Rechtsextremismus und nationalen Größenwahn setzen. Viele Initiativen in Bochum machen mit. Wir wollen neben Schulklassen und Jugendgruppen auch die Bevölkerung mit einem attraktiven Rahmenprogramm auf den Zug aufmerksam machen.“

 
 
 
 


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