Dienstag 18.12.07, 22:00 Uhr
Das Frauenarchiv auSZeiten fordert Unterstützung für "leihse"

Einzigartiges studentisches Frauenarchiv durch AStA-Pleite bedroht

In einem offenen Brief an den AStA der Ruhr-Uni hat das Frauenarchiv auSZeiten dringend davor gewarnt, dass das studentische Frauenarchiv leihse Opfer des vom jetzigen AStA verursachten Finanzdesasters wird. Wörtlich heißt es: “wie aus den Medien zu erfahren ist, findet gerade der größte verantwortungslose Umgang mit studentischen Geldern und Interessen seit Gründung der Ruhr-Universität statt. Als eine Einrichtung, die seit Jahren eine enge Kooperation mit den studentischen Einrichtungen der RUB pflegt, möchten wir hiermit unserer Empörung Ausdruck verleihen. Bereits die Planung eines Festes, dessen Eintrittsgelder fern von der finanziellen Situation der meisten StudentInnen kalkuliert wurden, ist unverantwortlich. Bei Betrachtung der bisherigen diesjährigen Verteilung der AStA-Gelder taten sich vor dieser Misere bereits Abgründe auf.
Aus der Zusammenarbeit mit den beiden studentischen Frauen/Lesbenprojekten der RUB, dem Autonomen FrauenLesbenReferat und dem Frauenarchiv Leih’se, wissen wir, dass zumindest eines der beiden Projekte unter eklatanten finanziellen Kürzungen zu leiden hat, die trotz Protest unseres Wissens nach bisher noch nicht zurückgenommen worden sind. Dies bedeutet Einschnitte in der inhaltlichen Arbeit von Studentinnen, die sich zusätzlich zu der Belastung durch das Studium engagieren. Die Kürzung der Gelder für das Frauenarchiv Leih’se verhindern eine Bestandserweiterung des Archivs, ja sie verhindern gar die Einhaltung von Verbindlichkeiten wie z.B. Zeitschriftenabos.
Bochum hat – trotz relativ geringer EinwohnerInnenschaft – zwei Frauenarchive, die sich in ihren Beständen gegenseitig ergänzen. In all den Jahren konnten wir unsere Nutzerinnen im ausZeiten, oft Schülerinnen, die bestimmte feministische Bücher suchten, an das Leih’se weiter vermitteln. Hier fanden sie einen ausgewählten Buch- und Zeitschriftenbestand, wie ihn keine Abteilungsbibliothek bieten kann. Umgekehrt kamen ( und kommen) Studentinnen, die Graue Materialien, Zeitungsartikel, Plakate etc. suchten, zu uns ins ausZeiten. Es war, und ist immer noch, eine fruchtbare Zusammenarbeit. Voraussetzung ist allerdings, dass der Bestand durch Neuanschaffungen aktualisiert wird.
Im Ruhrgebiet gibt es nur eine Stadt mit zwei Frauenarchiven. Eines davon, das Leih’se, ist eines der ältesten Frauenarchive in der BRD. Es ist bundesweit das einzige Frauenarchiv, das über Jahrzehnte hinweg als eine studentische Einrichtung weitergeführt wurde. Diese Kontinuität gilt es zu erhalten.
Wir fordern den AStA der Ruhr-Universität, den jetzigen und seinen Nachfolger, dazu auf, die Kürzungen für das Frauenarchiv Leih’se zurückzunehmen.”

 
 
 
 


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