Montag 10.12.07, 10:00 Uhr

Grabsteine ohne Kinderarbeit

Zwei Drittel der Natursteine, aus denen Grabmale in Deutschland hergestellt werden, stammen aus Indien. Dort werden sie unter unwürdigsten Arbeitsbedingungen sehr häufig von Kindern in den Steinbrüchen gewonnen. Es wird geschätzt, dass über 150.000 Kinder in Indien so zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen. Die Linksfaktion stellt dazu für die kommende Ratssitzung einen Antrag. Sie möchte, dass in Zukunft auf Bochumer Friedhöfen nur noch Grabsteine verwendet werden, die nachweislich nicht durch Kinderarbeit hergestellt wurden. Dazu erklärt Bianca Schmolze: „Es ist unmenschlich, wenn Kinder ihre Kindheit verlieren, weil sie arbeiten müssen, damit ihre Familien überleben können. Bei der Produktion von Natursteinen in den Steinbrüchen Indiens sind schwere Verletzungen das tägliche Schicksal dieser Kinder. Sie müssen bis zu zwölf Stunden arbeiten und haben wegen chronischer Lungenerkrankungen oft nur eine Lebenserwartung von 35 Jahren. München hat seine Friedhofssatzung nun so geändert, dass dort nur noch Grabmale verwendet werden dürfen, die nicht aus Kinderarbeit stammen. Für diese Steine gibt es mittlerweile auch ein Prüfsiegel. Für mich gibt es keinen Grund dem Beispiel Münchens nicht zu folgen. Kinder müssen überall auf der Welt das Recht auf eine glückliche und gesunde Kindheit haben. Diese darf nicht geopfert werden, nur damit wir billige Produkte erhalten. Ich hoffe, meine Kolleginnen und Kollegen im Rat sehen das genauso. Sollte die Friedhofsatzung in unserem Sinne bzw. im Sinne der indischen Kinder geändert werden, wäre dies ein kleiner Schritt hin zu etwas gerechteren Arbeits- und Handelsbedingungen im globalen Markt. Weitere Schritte sollten unbedingt folgen.“

 
 
 
 


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