Mittwoch 07.11.07, 21:00 Uhr
Freitag, 9. November, 15.00 Uhr, Dr.-Ruer-Platz

Gedenken an die Pogromnacht

Der Kinder- und Jugendring Bochum schreibt: »Am 09. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen und Gebetshäuser angezündet, wurden jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert, gab es zahlreiche Verhaftungen Unschuldiger und wurden mindestens 91 Menschen ermordet. Die Nazis ließen ihrem Hass auf die Juden – auch in Bochum – für alle sichtbar freien Lauf. Diese Nacht war das Signal zum größten und schlimmsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit. In Bochum und in vielen anderen Städten in Deutschland wird mit Gedenkveranstaltungen das Gedenken an die Opfer der Pogrome vom 09. November 1938 bewahrt.
Da am 09. November 2007 um 16.30 Uhr der Schabbat beginnt, muss in diesem Jahr die Gedenkveranstaltung zum 69. Jahrestag der Reichspogromnacht auf 15.00 Uhr vorverlegt werden, damit die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde an der Veranstaltung teilnehmen können.
Vor dem Hintergrund der Einweihung der neuen Synagoge in Bochum am 16. Dezember 2007, die ein Zeichen der Hoffnung ist, soll an das Ende der alten jüdischen Gemeinde erinnert werden. 1942 wurden in drei Transporten über 200 namentlich bekannte Bochumer Juden nach Riga, Zamosc und Theresienstadt deportiert. Nur ganz wenige von ihnen haben die Deportation überlebt. Vorausgegangen waren diesem traurigen Ende jahrelange Erniedrigungen. Die meisten der Deportierten lebten zuletzt, völlig verarmt in den sogenannten Bochumer „Judenhäusern“:
Zu Beginn der Gedenkveranstaltung wird die Oberbürgermeisterin Frau Dr. Ottilie Scholz, die neue Stele zum Projekt „Stolpersteine“ an die Öffentlichkeit übergeben. Im Anschluss wird der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Herr Grigory Rabinovich ein Grußwort sprechen.
Schüler und Schülerinnen von verschiedenen Bochumer Schulen stellen die Deportationsorte Riga, Zamosc und Theresienstadt und einzelne Deportationsopfer vor. Vorgestellt werden das Schicksal der Familie Sternberg, die von Bochum nach Riga deportiert wurde, der Familie Simons, die von Bochum nach Zamosc deportiert wurde und der Familie Freimark, die von Bochum nach Theresienstadt deportiert wurde.
Vom Kantor der Jüdischen Gemeinde Igal Behm werden Gebete für die Toten gesprochen.
Für die musikalische Begleitung der Veranstaltung sorgt der IG-Metall-Chor.
Die Gedenkveranstaltung wird von Artur Libischewski (Jugendring Bochum) moderiert.
Zum Abschluss werden Kränze zum Gedenken an die Opfer des Holocaust niedergelegt.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung werden unter der Leitung von Dr. Hubert Schneider und Klaus Kunold zwei Rundgänge zu den „Stolpersteinen“ durchgeführt, die in den vergangen Jahren in Bochum verlegt worden sind.
Die Gedenkveranstaltung zum 09. November wird in Kooperation vom Arbeitskreis „09. November“ und dem Kinder- und Jugendring Bochum durchgeführt.«

 
 
 
 


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