Donnerstag 25.10.07, 22:00 Uhr

Straße erhält ursprünglichen Namen

Die Linksfraktion im Rat schreibt: »Auf der Sitzung der Bezirksvertretung-Mitte am kommenden Mittwoch schlägt die Verwaltung vor, die Adolf-Stöcker-Straße in Hermann-Köster-Straße umzubenennen. Dieses Anliegen unterstützt die Linksfraktion nachdrücklich, denn Adolf-Stöcker war ein ausgewiesener Antisemit. Nicht von ungefähr wurde die Straße im Jahre 1933 in Adolf-Stöcker-Straße umbenannt.
Dazu erklärt Jürgen Plagge-Vandelaar, Mitglied der Bezirksvertretung: „In Bochum darf keine Straße nach einem Antisemiten benannt sein. Stöcker war nicht nur ein Vertreter des christlichen Antijudaismus, so bezeichnete er das Judentum als Götzendienst, sondern sprach sich auch für die Entfernung von Lehrern und Juristen aus dem öffentlichen Dienst aus. Zudem seien die Juden in Deutschland eine fremde Rasse und ein fremdes Volk. Es ist mehr als eine Frage der politischen Hygiene, dass die Straße wieder ihren ursprünglichen Namen erhält.
War sie doch vor der Umbenennung durch die Nazis nach dem christlichen Bergarbeiterführer Hermann Köster benannt. Im Dezember wird in Bochum die neue Synagoge eingeweiht. Ich empfände es als unerträglich, wenn es dann in Bochum noch eine Straße gäbe, die den Namen eines Antisemiten trägt.“ Schon vor neun Jahren war ein ähnlicher Vorschlag aus der Bürgerschaft von der Verwaltung aufgegriffen worden. Da sich aber die AnwohnerInnen wegen des mit einer „Umbenennung verbundenen großen Aufwandes“ gegen diese Umbenennung ausgesprochen hatte, sprach sich die Bezirksvertretung ebenfalls dagegen aus und ließ eine Schild mit kritischen Anmerkungen zu Stöcker anbringen. Wenn die Verwaltung jetzt erneut einen Vorstoß unternimmt, der Straße einen anderen Namen zu geben, dann findet dies die volle Unterstützung der Linksfraktion.«

 
 
 
 


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