Dienstag 09.10.07, 11:00 Uhr
Linksfraktion macht auf Schadstoffproblematik aufmerksam

Verkalkungsgefahr am Ostring

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr wird sich auf seiner heutigen Sitzung mit dem zukünftigen Gerichtsviertel und den Standortalternativen für ein fünfzügiges Gymnasium befassen. Die Linksfraktion im Rat macht darauf aufmerksam, dass in der öffentlichen Kontroverse um diese Problematik bisher die Schadstoffproblematik (Stickstoffdioxid und Feinstaub) am Ostring unberücksichtigt geblieben ist: »Schon am 14.11.2006 hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr mit lufthygienisch kritischen Straßenabschnitten in Bochum befasst. Neben der bekanntermaßen hoch belasteten Herner Straße zählt auch der gesamte Innenstadtring (Westring, Nordring, Ostring, Südring) zu den Straßenabschnitten mit berechneten Grenzwertüberschreitungen. Dabei weist der Abschnitt Ostring (Castroper Straße – Wittener Straße) die höchsten Grenzwertüberschreitungen auf. Er reicht damit an das Gefahrenpotential der Herner Straße heran.
Die im Juli 2007 veröffentlichte Nixdorf-Recall-Studie fand heraus, dass Personen, die an stark befahrenen Straßen wohnen, öfter an einer Verkalkung der Herzkranzgefäße leiden, wodurch das Risiko für einen Herzinfarkt und einen Schlaganfall ansteigt. Die Studie wurde u.a. in der Stadt Bochum durchgeführt. Nach einem einschlägigen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig vom September 2007 haben AnwohnerInnen besonders Feinstaub belasteter Straßen – und das gilt entsprechend auch für dort Arbeitende – ein Recht darauf, von ihren Städten saubere Atemluft und unverzügliche Schutzmaßnahmen einzuklagen.” Zu dieser Problematik erklärt Peer Wollnik, sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr: „Inzwischen zeigt sich, dass nicht nur schulpolitische und städtebauliche Argumente für den Neubau eines fünfzügigen Gymnasiums in Wiemelhausen sprechen. Auch die angeblich günstige Verkehrslage des Ostrings erweist sich als Bumerang. Die dort Arbeitenden und Lernenden sind – zumindest teilweise- erheblichen Schadstoffbelastungen ausge-setzt. Diese Gefährdung würde durch eine räumliche Koexistenz von fünfzügig erweitertem Ostring-Gymnasium und Justizzentrum noch erheblich ansteigen. Die Linke im Rat wird sich unter anderem deshalb für den Neubau und die Zusammenlegung des Albert-Einstein-Gymnasiums und des Gymnasiums am Ostring am Standort Wiemelhausen einsetzen.“

 
 
 
 


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