Archiv - April 2007
Studierende besetzen alten Bochumer Hauptbahnhof
Die Freie Uni schreibt: “Im Rahmen des bundesweiten Vernetzungstreffens gegen Studiengebühren haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen Mitternacht über 200 AktivistInnen ein leerstehendes Gebäude des ehemaligen Hauptbahnhofs in der Bochumer Innenstadt besetzt. Das Haus an der Ecke Viktoriastraße/Konrad-Adenauer-Platz ist zur Stunde in einen selbstbestimmten Freiraum verwandelt worden, und die Studierenden feiern eine Party. An der demonstrativen Aktion nehmen unter anderem Studierende aus Berlin, Bochum, Chemnitz, Darmstadt, Duisburg, Essen, Frankfurt, Gießen, Hamburg, Köln, Münster und Paderborn teil.”
“Mit der Besetzung wollen wir unsere Solidarität mit der Freien Uni Bochum ausdrücken, die Ende Januar gewaltsam geräumt wurde”, sagt Fredrik Dehnerdt vom bundesweiten Aktionsbündnis gegen Studiengebühren. “Überall werden studentische Freiräume angegriffen und selbstbestimmtes Leben und Lernen unmöglich gemacht. Aber das lassen wir uns nicht einfach so gefallen. Als Aktionsbündnis rufen wir nicht nur zum Demonstrieren, Klagen und Boykottieren auf. Entscheidend in unserem Kampf für ein gerechtes Bildungs- und Sozialsystem ist es auch, Freiräume zurück zu erobern und neue zu schaffen.”
Die BildungsaktivistInnen fordern außerdem die Abschaffung der Studiengebühren insgesamt, ein solidarisches Bildungs- und Sozialsystem sowie die radikale Demokratisierung der Hochschulen und der Gesellschaft. (weiterlesen)
Polizei will Personalien – Rebel Clowns Army greift ein
Das bundesweite Vernetzungstreffen gegen Studiengebühren auf dem Bochumer Uni-Campus ist heute Abend von der Polizei aufgesucht worden. Etwa 15 bis 20 Beamte, die mit Schlagstöcken und Pistolen bewaffnet waren, wollten durchsetzen, dass die Personalien von allen auf beim Vernetzungstreffen anwesenden Personen aufgenommen werden.
Die Begründung: Offensichtlich hat ein Mitglied der schlagenden rechtsaußen-Burschenschaft Arminia die Polizei gerufen. Der Burschi hat gegenüber der Polizei behauptet, ihm sei seine blau-weiß-schwarze Schärpe weggenommen worden, und der Tatverdächtige habe sich in das Vernetzungstreffen geflüchtet.
Die Polizei machte daraufhin in einer Ansage an der Vernetzungstreffen klar: Sie werte das angebliche Wegnehmen der Schärpe als einen “bewaffneten Raubüberfall”. Schließlich sei die Schärpe mit einem Messer durchgeschnitten worden. Weil es sich damit um ein Verbrechen handle, das nicht unter einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bestraft werden kann, sei es verhältnismäßig, die Personalien der etwa 50 zu diesem Zeitpunkt auf der GB-Wiese anwesenden Personen aufzunehmen.
Als die Situation angespannter wurde und die PolizistInnen den Studierenden verbieten wollten, die Wiese vor dem Gebäude GB zu verlassen, kamen die neu gegründeten Bochumer Gaggles der “Rebel Clown Army” zu einem ersten Einsatz. Durch die direkten Aktionen (Clown-Marsch durch die Polizei-Absperrung, Anschleichübungen, Polizei-Einkesseln, Gruppenfoto mit Bulle, Polizei-Verfolgung und Polizei-Imitation etc.) wurde die Lage für die BeamtInnen schnell so unübersichtlich, dass sie nicht mehr sagen konnten, wer überhaupt zu der ursprünglich auf der Wiese festgesetzten Gruppe gehörte. (weiterlesen)
Von Chile bis Mexiko – 30 Jahre Lateinamerika-Solidarität
Der Arbeitskreis Lateinamerika lädt für Mittwoch ein: “Seit Jahrzehnten faszinieren politische Prozesse in Lateinamerika: Für die 68er war der argentinisch-kubanische Revolutionär Ernesto „Che“ Guevara eine Leitfigur. In den 70er Jahren demonstrierten Zehntausende gegen die Militärdiktatur in Chile, in den 80ern engagierten sich wohl ebenso Viele in der Mittelamerika-Solidarität. Die sandinistische Revolution in Nicaragua und die Aufstandsbewegungen in El Salvador und Guatemala waren ein Symbol dafür, dass eine andere Welt möglich ist. Aus Europa und den USA strömten junge AktivistInnen nach Nicaragua, um in Solidaritätsbrigaden am Aufbau der neuen Gesellschaft mitzuarbeiten. Seit den 90er Jahren begeistern sich Menschen auf der ganzen Welt für die ZapatistInnen in Chiapas im Süden Mexikos und ihrer basisdemokratischen Selbstverwaltung der indianischen Gemeinden. Und aktuell sind die linken Regierungen in mehreren Ländern Lateinamerikas, die Alternativen zum neoliberalen Kapitalismus entwickeln wollen, wieder einmal Hoffnungsträger für InternationalistInnen. Der Monatszeitschrift ila gelingt seit drei Jahrzehnten eine alternative Berichterstattung zu Lateinamerika jenseits des journalistischen Mainstreams, ebenso lange hat sie die politischen Prozesse in Lateinamerika und die hiesigen Solidaritätsbewegungen begleitet. Gert Eisenbürger, seit 1980 in der ila-Redaktion, reflektiert diese Erfahrungen und fragt nach ihrer Bedeutung für heutigen Internationalismus.”
In Kooperation mit dem Bochumer AK Lateinamerika
Bericht über die Fahrradetappe des Ostermarsches Rhein-Ruhr 2007
Am Sonntag, den 15. April, läuft die nächste Sendung von Radio Friedensplenum im “Unabhängigen Radio Bochum”, Urbo. Das Team von Radio Friedensplenum sc
hreibt zu dieser Sendung: “Wie jedes Jahr berichtet Radio Friedensplenum über den Ostermarsch Rhein-Ruhr. Am Ostersonntag fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein die Fahrradetappe von Essen nach Bochum-Langendreer mit. Dabei führten wir Interviews und nahmen Redebeiträge auf.
Zu hören werden u.a. sein die Rede von Alice Czyborra (Tochter des verstorbenen Widerstandskämpfers und Friedensaktivisten Peter Gingold) in Gelsenkirchen und ein Interview mit dem bekannten Liedermacher “Klaus der Geiger”. Zu empfangen ist die Sendung auf der Frequenz von 98,5 Radio Bochum.”
BILD an der Uni – Rektor verstößt gegen Uni-Verfassung
Seit Montag morgen findet an der Ruhr-Universität die “Bochum Action Week für Solidarität und Freie Bildung” statt: Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm ist die Freie Uni Bochum auf dem Campus präsent, um für ein gebührenfreies Studium sowie mehr Freiräume an der Uni und in der Gesellschaft zu streiten. Ausgerechnet während der Aktionswoche kam es zu einer Provokation: Zum ersten Mal seit Jahren war ein Promotion-Team der “BILD”-Zeitung unterwegs, um tausende von Springer-Blättern zu verteilen. Am heutigen Nachmittag haben aktive Studierende zur Gegenwehr gegriffen – auf dem Foto sind die Überreste des BILD-Infostandes zu sehen.
Wie inzwischen auf Nachfragen durch den AStA in die Öffentlichkeit gekommen ist, hat sich die BILD auf dem Campus der Ruhr-Uni eingekauft: Insgesamt 1000 Euro hat die Springer-Gruppe für die Erlaubnis der Uni-Leitung bezahlt, die Blätter auf dem Campus verteilen zu dürfen.
Die aktiven Studierenden protestieren gegen diesen weiteren Vorstoß zur Privatisierung des Campus-Geländes. “Es ist eine große Frechheit, dass die Uni-Leitung gegen Bares ausgerechnet einem Konzern die Werbung auf dem Campus ermöglicht, der sogar gegen die Verfassung der Ruhr-Uni verstößt”, ist von den wütenden Studierenden zu hören.
Die Verfassung der Ruhr-Uni verpflichtet nicht nur zur Wahrnehmung eines “kritischen Bildungsauftrags” [Art.2 (1)], sondern auch zur “tatsächliche[n] Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und die Beseitigung der für Frau-en bestehenden Nachteile[n]” [Art. 1, (4) 2.]. Mit der bezahlten Erlaubnis an die Springer-Promoter, eine Zeitung mit populistischen und sexistischen Inhalten zu verteilen, auf deren Titelseite Frauen schon zum Objekt degradiert werden, hat die Leitung der Ruhr-Uni gegen die Verfassung der Universität verstoßen.
Die Studierenden fordern das Rektorat auf, dem Springer-Konzernen und ähnlichen Unternehmen den Auftritt auf dem dem Campus zu verbieten. Außerdem kündigen sie an, dass sie auch in Zukunft zu Selbsthilfemaßnahmen greifen werden, wenn sich die BILD noch einmal auf den Campus der RUB trauen sollte.
Kampagne “Gerechtigkeit heilt” fordert Entschuldigung oder Rücktritt
Die Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum und die Kampagne „Gerechtigkeit heilt – Der internationale Kampf gegen Straflosigkeit“ fordern eine öffentliche Entschuldigung und Richtigstellung durch den Ministerpräsidenten Oettingers und anderenfalls seinen Rücktritt. Ein solcher Ministerpräsident sei nicht tragbar: “Eigentlich wäre das Ereignis keiner Rede wert gewesen. Ein furchtbarer Jurist ist von uns gegangen und hat keine Lücke hinterlassen. Stattdessen ist der ehemalige NS-Marinerichter und Ministerpräsident von Baden Württemberg Hans Filbinger wieder in aller Munde. Die Rehabilitierung Filbingers begann an seinem Grab. Dort relativierte der heutige baden-württembergische Ministerpräsident Oettinger in seiner Grabrede die Verbrechen, die sein Vorgänger Filbinger während seiner Amtszeit als NS-Marinerichter begangen hatte.
Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist die Rede Oettingers eine Beleidigung für die Überlebenden und Angehörigen von Opfern des NS-Regimes, insbesondere für die Deserteure, die von Urteilen, wie jenen, an denen Filbinger beteiligt gewesen war, betroffen waren. Sie und diejenigen, die dem Nationalsozialismus wirklich widerstanden haben, sind es, die die Anerkennung der Gesellschaft verdienen und nicht Scharfrichter wie Filbinger und sein Grabredner Oettinger.
Mit seiner Rede Relativierung scheint Oettinger einen kollektiven Gedächtnisschwund herbeireden zu wollen. „Eine Gesellschaft ohne Gedächtnis“, sagt Bianca Schmolze, „ist eine Gesellschaft, die blind ist gegenüber ihrer Vergangenheit und Gegenwart und die Gefahr läuft, in der Zukunft die Fehler und Verbrechen zu wiederholen, die sie verdrängt hat.“
Im Rahmen der Kampagne “Gerechtigkeit heilt” hat sich erwiesen, dass in zahlreichen Ländern Richter vom Zuschnitt eines Filbinger dazu beitragen, dass Unschuldige vor Gericht gestellt, verurteilt, gefoltert, vergewaltigt oder sogar hingerichtet werden. (weiterlesen)
TV-Kampfzone: »Meine Sonntage mit Sabine Christiansen«
Gemeinsame Veranstaltungsreihe von DGB und VHS Bochum
“Das Weltbild, das bei Sabine Christiansen zusammengeplappert wird, ist nicht gerade neu, und es ist keineswegs exklusiv. Doch im Sendegebiet der deutschen TV-Kampfzone dürfte es keine politische Talkshow geben, die auf ähnliche Weise die Wünsche der Chefetage ans Volk durchreicht – und dabei eine unschlagbare journalistische Unbedarftheit an den Tag legt.” Dieses vernichtende Urteil fällt der Publizist Walter van Rossum in seinem Buch “Meine Sonntage mit Sabine Christiansen.”
Walter van Rossum beschreibt in seinem Buch ebenso unterhaltsam wie bitterböse, wie jeden Sonntag, die immer gleichen Figuren ihre Katastrophendiagnose in den deutschen Wohnzimmern verbreiten und als einzige Therapie die Totalreform, sprich die Liquidierung des Sozialstaates empfehlen. “Allsonntäglich tritt so eine große Koalition der Systemüberwinder gegen ihr Volk an.”
Am Dienstag, den 17. April 07 im Clubraum der VHS liest Walter van Rossum aus seinem Buch. Er nimmt die Lieblingssprechblasen, die von Christiansens Talk pausenlos gen Studiohimmel steigen, auf’s Korn und diskutiert mit dem Publikum darüber, dass “die Differenz zwischen Merkel und Müntefering nicht gerade den Zauber der Demokratie” erhöhen.
Die Lesung ist Bestandteil einer Veranstaltungsreihe von VHS und DGB in Bochum, die sich mit den sogenannten “neoliberalen Weisheiten” über den Zustand der Wirtschaft, den Erfordernissen deregulierter Arbeitsmärkte und der Notwendigkeit des Sozialabbaus beschäftigt.
Die Reihe wird am 24. April um 19.00 Uhr (Clubraum der VHS) fortgesetzt. Dann referiert der Armutsforscher Professor Butterwegge über die “Republik der Armen”.
DGB: »Über 1800 Jugendliche suchen noch eine Ausbildungsstelle«
“Mit Freude habe ich zur Kenntnis entnommen, dass bei der IHK derzeit noch 400 freie Ausbildungsplätze gemeldet sind,” so DGB Vorsitzender Michael Hermund. “Diese Plätze müssen schnellstens an die Arbeitsagentur weitergeleitet werden. Über 1800 Jugendliche suchen noch eine Ausbildungsstelle und warten dringend auf ein Angebot.”
Hermund reagiert damit auf den Ausbildungsmarktexperten der IHK Mittleres Ruhrgebiet Ulrich Ernst, der noch freie Ausbildungskapazitäten gemeldet hatte. “Ich hoffe nur, dass es sich dabei nicht um Doppelzählungen handelt, denn nichts ist schlimmer als den jungen Menschen Sand in die Augen zu streuen,” so Hermund. Nach der offiziellen Statistik zum Ende März gab es im Arbeitsagenturbezirk Bochum noch 1832 Jugendliche die eine Ausbildungsstelle suchten, aber nur noch 892 gemeldete offene Berufsausbildungsstellen.
Der DGB hatte sich für verstärkte Anstrengungen im laufenden Ausbildungsjahr ausgesprochen, da die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt sehr angespannt wäre. Schon jetzt sei abzusehen, dass außerbetriebliche Ausbildungskapazitäten angeboten werden müssten, um dem Nachfragewunsch der Jugendlichen nachkommen zu können. “Wir müssen schon jetzt Überlegungen starten um ab September außerbetriebliche Ausbildungsplätze in unserer Region anbieten zu können. Durch die Bugwelle der Altbewerber aus den Vorjahren werden Hunderte auf der Strecke bleiben, wenn wir nicht kreative Lösungen für die Region anstreben”, so der DGB Vorsitzende.
Antifa-Aktion im ehemaligen Ruhr-Stadion
Am Samstag, dem 14. April, spielen die Herren-Fußball-Mannschaften vom Verein für Leibesübungen (VfL) Bochum und vom Hertha Berliner Sport-Club (BSC) im ehemaligen Ruhr-Stadion an der Castroper Straße gegeneinander. Gleichzeitig findet rund um das Stadion ein großes Fan-Club-Fest statt. Die Initiative gegen den Nazi-Laden Goaliat wird bei dieser Gelegenheit über den Nazi-Laden informieren. Zunächst wird die IG-Metall-Jugend in der Halbzeitpause auf dem Rasen auflaufen und ihre Plakat-Aktion wiederholen: “Schöner leben ohne Nazis”. Anschließend wird die Initiative mit einem Infostand über den Nazi-Laden und seine Produkte informieren. Das Spiel gegen Hertha BSC bietet sich besonders für diese Aktion an, weil Hertha BSC bei seinen Heimspielen BesucherInnen, die Kleidung von Thor Steinar oder andere Nazi-Produkte tragen, keinen Zutritt ins Olympia-Stadion erlaubt. Zur entsprechenden Meldung von Hertha BSC.
Kritische Wissenschaft und Emanzipation
Die Freie Uni schreibt: “Seit langem steht fest, dass Wissenschaft nicht per se kritisch ist, sondern sich daran beteiligt, verschiedene Formen von Herrschaft vorzudenken und bei ihrer Ausübung mitzumachen. Gleichzeitig hat es immer wieder Bewegungen gegeben, die Fähigkeit zur Kritik und Vernunft in den Wissenschaften selbst zu stärken und zu entwickeln. Dafür braucht es der materiellen Bedingungen. Universitäten als privilegierter Ort von Wissenschaft stellt diese nicht ohne weiteres zur Verfügung. Der Vortrag befasst sich mit aktuellen Veränderungen der Hochschule und diskutiert die Frage emanzipatorischer Möglichkeiten des Wissens. Dr. phil. Alex Demirovic ist Privatdozent für Politikwissenschaft und Politische Soziologie an der Universität Frankfurt/Main und Mitglied bei ver.di, DGS und DVPW sowie in der Redaktion der Zeitschrift Prokla. Seine Arbeitsgebiete sind Demokratie und Staatstheorie, Intellektuellen- und Wissenschaftssoziologie.”
Mobilisierungstreffen zum G8-Gipfel
Das Bochumer G8-Plenum schreibt: “Der G8-Gipfel und die Proteste dagegen rücken immmer näher. Die Planungen und die Mobilisierung dahin läuft europaweit immer stärker an. Die Debatten über die Kritik an den G8 und der (neoliberalen) Kapitalismus sowie die Aktionsformen wird intensiver geführt. Die sozialen Bewegungen sind dabei mit politischen aber auch organisatorischen Aufgaben konfrontiert wie seit den 80er Jahren nicht mehr. Auch für Gruppen aus dem Ruhrgebiet stellen sich viele Aufgaben in der bundesweiten Mobilisierung. Daher möchten wir euch zu einem großen Treffen einladen, um gemeinsam die anstehende Mobilisierung, die Hin- und Rückfahrt sowie unsere Unterstützung während der Aktionstage zu planen: Montag, 16.4., 19 Uhr, Bahnhof Langendreer. Das nächste Treffen des Bochumer G8-Plenums ist am Dienstag, 24.4. um 18 Uhr im Sozialen Zentrum, Rottstr. 31.”
“Keine Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Juso-Hochschulgruppe”
Die Linke Liste an der Ruhr-Uni schreibt über die Verhandlungen zur Bildung eines neuen AStA: »Schon während den Wahlen zum Studierendenparlament im Januar ist deutlich geworden, dass die Hochschulgruppen Linke Liste, alternative liste, Grüne Hochschulgruppe und die Liste Schöner Wohnen in Bochum trotz unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen in zentralen Fragen gemeinsame Ziele verfolgen. Folgerichtig haben die vier Listen nach den Wahlen gemeinsam das Konzeptpapier “Für einen linken Bündnis-AStA” ausgearbeitet. Das Papier ist in unseren Augen nach wie vor ein guter und belastbarer inhaltlicher Kompromiss zur Bildung eines AStAs unter Beteiligung der vier linken Hochschulgruppen an der Ruhr-Uni. (weiterlesen)
Grüne antworten doch
In der Meldung “Grüne Ostergranaten” war an dieser Stelle darüber berichtet worden, dass es von den Grünen keine Antwort auf einen Brief des Bochum Friedensplenums zur aktuellen Militärpolitik gegeben hat. Das Büro des für Bochum zuständigen Grünen Bundestagsabgeordneten Markus Kurth hat mitgeteilt: “Wir haben daraufhin unsere Posteingänge im Berliner und im Dortmunder Büro überprüft und konnten keinen Eingang des Briefes oder eine Rückfrage zum Eingang feststellen.” Eine Beantwortung des Briefes wird angekündigt.
Christian Michalak, Mitglied des Bochumer Grünen Kreisvorstandes, hatte Markus Kurth auf die Meldung aufmerksam gemacht und einen offenen Brief an Claudia Roth und andere weitergeleitet, “der die Haltung vieler Grüner zur Friedensbewegung deutlich macht”. Der Brief als PDF-Datei.
Freie Uni Bochum fordert Aussetzung der Studiengebühren
Die Freie Uni schreibt: »Knapp 100 Studierende haben am Montag den Beginn der 1. Bochumer Action Week in und vor der “Schirmbar” (ehemaliges Mensa-Bistro) auf dem Campus der Ruhr-Universität Bochum gefeiert. Im Rahmen der Aktionswoche organisiert die Freie Uni Bochum (FUB) vom 9. bis zum 13. April zahlreiche kulturelle und politische Veranstaltungen. Ein zentrales Anliegen der OrganisatorInnen ist es auch, jene Probleme aufzuzeigen, welche durch die Einführung allgemeiner Studiengebühren entstanden sind. “Was die Studiengebühren angeht, hat die Ruhr-Uni unsere schlimmsten Erwartungen übertroffen”, so Katharina Teiting von der Freien Uni. “Die RUB hat es bisher noch nicht einmal geschafft, die Härtefallanträge zu bearbeiten. Am Freitag enden die Rückmeldefristen, und es herrscht totales Chaos.” Auf Grund der mangelnden Beratung zu Studiengebühren, dem Verwaltungschaos in der Einschreibungswoche und dem dramatischen Rückgang der Studierendenzahlen in ganz NRW fordert die Freie Uni eine Aussetzung der Studiengebühren. (weiterlesen)
Die Soziale Liste trauert um Jürgen Bargmann
In einem Nachruf auf ihren gestorbenen Vorsitzenden schreibt die Soziale Liste: “Jürgen Bargmann, aus einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus kommend, nahm an den Kämpfen der 1968’er Jahre teil und engagierte sich schon früh gegen Unterdrückung und Kapitalismus. Der Krieg gegen Vietnam empörte ihn ebenso wie die Berufsverbote und der Neofaschismus. Rassismus und nationale Überheblichkeit waren ihm fremd. Sprache, Gebräuche und Lebensweise anderer Völker fanden sein besonderes Interesse. Solidarität praktizierte er da, wo andere nur redeten.” Der Nachruf im Wortlaut.
Ostermarsch erfolgreich beendet
Auch beim heutigen letzten Tag des diesjährigen Ostermarsches hatte die TeilnehmerInnen viel Glück mit dem Wetter. Bei blendender Stimmung beendeten mehr als 600 Menschen in Dortmund die Schlussetappe. Zum Auftakt nach Bochum Werne (Foto) waren heute früh ca. 200 TeilnehmerInnen gekommen. Wir dokumentieren: die Begrüßung von Annemarie Grajetzky beim Friedensgottesdienst und die Predigt von Jürgen Klute sowie die Reden von Elke Koling (IPPNW), von Klaus Kunold (VVN-BDA) und von Felix Oekentorp (DFG/VK) bei der Auftaktkundgebung in Bochum-Werne. Bilder vom Montag
Eine gute Nachricht: Der Sturz von Elke Koling und ihrem Baby ist glimpflich verlaufen. Sie haben das Krankenhaus bereits wieder verlassen können.
Ausstellung:Opfer rechter Gewalt
Der Sommer hat begonnen und er wird heiß!
Heute Abend um 18 Uhr eröffnet die Freie Uni Bochum offiziell ihre Aktionswoche für Solidarität und freie Bildung – und zwar mit einem Eröffnungsgrillen an der Schirmbar auf dem Campus. Später am Abend tritt Markus Henrik auf. In den vergangenen Tagen haben die aktiven Studierenden ihr Quartier für die Woche zu einem wohnlichen Freiraum hergerichtet: Sofa-Ecken zum gemütlichen Unterhalten, Infowände, die die Geschichte der Freien Uni dokumentieren, und es wurde sogar eigens für die Woche eine stabile Bühne in der Schirmbar gebaut. Auch das Programm der Woche kann sich sehen lassen: Mit Diskussionsveranstaltungen, Vorträgen, Workshops und Filmen geht es an jedem Tag jeweils um ein Schwerpunktthema: Am morgigen Dienstag um den G8-Gipfel in Heiligendamm, am Mittwoch um die Proteste gegen Studiengebühren und am Donnerstag um Datensicherheit und Überwachung. Die Veranstaltungen am Freitag stehen unter dem Motto “Repression und Recht auf Protest”. Am Wochenende sind dann Studierendengruppen aus dem ganzen Bundesgebiet zu einem Vernetzungstreffen für Solidarität und freie Bildung zu Gast in Bochum. Das ganze Programm der Aktionswoche ist auf der Homepage der Freien Uni zu finden. Die Veranstaltungen sind natürlich offen für alle und kostenfrei.
Jürgen Bargmann ist tot
Jürgen Bargmann starb in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag im Alter von 52 Jahren. Er war Vorsitzender der Sozialen Liste, die sich zur letzten Kommunalwahl gegründet hatte. In diesem Amt war er vor wenigen Wochen bestätigt worden. Jürgen Bargmann war Kommunist und in vielen sozialen Bewegungen aktiv. Er war Mitbegründer von Attac in Bochum und einer deren ersten Sprecher. Er war einer der Initiatoren und Verantwortlichen für das erfolgreiche Bürgerbegehren gegen den Cross-Border-Deal der Stadt Bochum.
Der Ostermarsch erinnert: Ca. 35 000 einsatzbereite Atomsprengköpfe werden von 8 Ländern bereit gehalten

Ein zauberhaftes Wetter, viele TeilnehmerInnen und gute Wortbeiträge, die durch ebenso gute Kulturbeiträge begleitet wurden, sorgten heute für eine hervorragende Stimmung auf dem Ostermarsch. Zu Abschluss des Tages begrüßte Klaus der Geiger die RadfahrerInnen, die zuvor im Wohnprojekt Gerthe nachdrücklich an die Geschichte des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers erinnert wurden. Wolfgang Dominik (Foto) beschrieb zum Schluss der Tagesetappe, sie nach wie vor aktuelle Bedrohung der Menschheit durch die vorhandenen Atombomben: “Ca. 35 000 einsatzbereite Sprengköpfe werden von 8 Ländern bereit gehalten, 4000 davon in höchster Alarmbereitschaft. In den letzten 10 Jahren gab es fast nur Rückschläge für eine potenzielle atomare Abrüstung.” Der Vortrag im Wortlaut.
Bilder vom Tage.

